Zinsen für Hypothekendarlehen fast am historischen Tiefstand

22 März 2010 Kein Kommentar

Seit dem Zusammenbruch der amerikanischen Bank Lehman Brothers versorgen die Notenbanken die Finanzmärkte mit zusätzlicher Liquidität. Im Verlauf der Finanzkrise wurde auch der Leitzins immer wieder gesenkt. Seit August 2009 liegt er bei 1 Prozent und damit bei einem Niveau, das seit der Euroeinführung nicht erreicht wurde.

Das Zusammenspiel dieser Kräfte hat dazu geführt, dass sich die Hypothekenzinsen bei Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren seit dem Jahreswechsel um 4,3 Prozent bewegen. Auch Zinsen für Darlehen mit längeren Laufzeiten bewegen sich nach unten. Der Grund für eine solche Entwicklung liegt am Konjunkturtief mit niedrigen Inflationsraten, wie das im vergangenen Jahr der Fall war. Die Banken können ihren Refinanzierungsbedarf günstig bedienen, und deshalb können auch die Darlehenszinsen gesenkt werden.

Eine Weile wird das erfreulich günstige Zinsniveau noch bleiben. Die Notenbanken versorgen den Finanzmarkt zwar nicht mehr so üppig, doch geschieht der Rückzug langsam. Die Krise soll keine neue Nahrung bekommen. Die Inflationsgefahr ist aktuell auch nicht sehr ausgeprägt, denn hohe Arbeitslosigkeit und geringe Auslastung der Unternehmen stehen dagegen.

Trotz geringer Inflation sind die Gefahren für die Preisstabilität schon am Horizont sichtbar. Die hohe Staatverschuldung in vielen Ländern muss finanziert werden, und das werden die Investoren auf Dauer nicht mit niedrigen Zinsen tun. Die Notenbanken den Zinssatz anheben müssen, damit die Inflation nicht angeheizt wird. In einigen Jahren wird der Erwerb eines Eigenheims mit Sicherheit nicht mehr so günstig sein.