Wohneigentum mir Wohn-Riester-Verträge

26 April 2010 Kein Kommentar

Zu kompliziert und umständlich – so urteilen viele Deutsche über die Wohn-Riester-Verträge. Zwar wurden im Jahr 2009 über 300.000 solcher Verträge abgeschlossen, doch viele durchschauen die Fördermöglichkeiten nicht. Der BHW-Experte Bernd Neuborn möchte Hilfestellung leisten und informieren.

Der Abschluss eines Wohn-Riester-Vertrages lohnt für alle, die eine Immobilie kaufen, bauen oder Eigenkapital für spätere Immobilienwünsche bilden wollen. Wer bereits eine Immobilie besitzt, kann mit einem Riestervertrag zum Renteneintritt Wohnung oder Haus schuldenfrei stellen. Ein Vorteil ist die Förderung durch die Kinderzulage vor allem für Familien. Ohne Riestervertrag könnten sich Menschen mit geringem Einkommen oft gar keine Immobilie leisten. Doch auch “Besserverdiener” können die Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

Zu beachten ist, dass nur selbst genutzte Immobilien gefördert werden. Weder Modernisierungen noch Sanierungen zur Senkung von Energieverbrauch und -kosten werden gefördert. Nach den gesetzlichen Vorgaben muss die Immobilie auch während der Rentenzeit selbst genutzt werden. Bis zum 68. Lebensjahr muss das Darlehen getilgt sein.

Die nachgelagerte Besteuerung ist tatsächlich ein wenig kompliziert. Die Produkte zur staatlich geförderten Altersvorsorge sind zunächst steuerfrei. Bei einem Wohn-Riester-Vertrag werden erst beim Renteneintritt Steuern auf das geförderte Kapital fällig. Wenn Haus oder Wohnung bezahlt sind, sollten die nicht mehr benötigten Gelder angelegt werden. Dann können die fälligen Steuern sofort mit einer 30prozentigen Ersparnis bezahlt werden. Ansonsten können die Steuern bis zum 85. Lebensjahr in Raten beglichen werden.

Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom September 2009 gelten die Riesterförderungen auch für selbstgenutztes Wohneigentum im europäischen Ausland.