Wohn Riester Nachteile

Die Wohn Riester Rente hat das Ziel, die eigens genutzte Wohnimmobilie als Standbein der privaten Altersvorsorge staatlich zu fördern. Zunächst einmal ist wichtig zu klären, ob eine Immobilie als Element der privaten Altersvorsorge sinnvoll ist. Zwar entfällt die zu zahlende Miete bei selbst genutztem Wohneigentum im Alter. Dennoch ist es wichtig, im Alter auch regelmäßige monatliche Einkünfte bzw. Rentenzahlungen in angemessener Höhe zu erhalten. Hierzu trägt die Immobilie alleine nicht bei.

Die Wohn Riester Rente eignet sich nur für diejenigen Sparer, die die Immobilie wirklich als Altersvorsorge nutzen und selber bewohnen möchten. Zum einen muss klar sein, dass das eigene Haus als Altersvorsorge gewollt ist und zum zweiten, dass es auch wirklich bis zum Alter finanzierbar ist. Wer seine Immobilie im Alter verkauft oder doch lieber im sonnigen Süden wohnen will, muss die Riester-Zulagen zurückzahlen.

Einschränkungen bei Verkauf und Vermietung

An dieser Stelle ist wichtig zu wissen, dass die Wohn Riester Rente starke Einschränkungen bei der Nutzung der Immobilie vorschreibt. So darf die Förderung lediglich in Anspruch genommen werden, wenn die Immobilie als Hauptwohnsitz dauerhaft genutzt wird. Eine Vermietung ist lediglich bedingt und für einen begrenzten Zeitraum zulässig. Auch beim Verkauf der Immobilie muss der geförderte Kapitalstock erneut in einem Riester Vertrag angelegt werden, um die Förderung nicht zurückzahlen zu müssen. Besonders kritisch und unsinnig ist diese Regelung zum Beispiel für Hausbesitzer, die frühzeitig in ein Pflegeheim umsiedeln. Eine Verkauf oder eine Vermietung ist auch in diesem Falle mit Sanktionen verbunden.

Vertragsänderung oder -kündigung

Das Wohn Riestern kann Ihnen erhebliche finanzielle Vorteile im Vergleich zu einer normalen Baufinanzierung bringen. Der Vertrag kann sich jedoch auch negativ auswirken, wenn sie das Förderungsverhältnis zum Beispiel durch eine Scheidung, Wechsel in die Selbständigkeit oder fehlende Eigennutzung beenden müssen. In diesem Falle müssen Förderungen zurückgezahlt werden und es können empfindliche Zusatzsteuern auf sie zukommen.

Tod des Vertragnehmers

Stirbt der Riester Sparer während der Ansparphase, so muss der Erbe das Guthaben des Förderkontos versteuern. Lediglich Ehegatten können dies umgehen, wenn innerhalb eines Jahres Eigentümer werden und den Riester-Vertrag übernehmen. Nichteheliche Lebensgemeinschaften werden hierdurch deutlich benachteiligt.

Verstirbt der Vertragsnehmer nach Tilgung des Vertrags und wurde die Steuerschuld nicht durch eine Einmalzahlung des Vertragnehmers beglichen, so müssen die Erben der Immobilie die verbliebene Steuerforderung sofort begleichen.

Geringes Angebot auf dem Markt

Die Wohn Riester Rente wird bislang nur selten von Banken und Sparkassen angeboten. Nach einer Umfrage der Stiftung Warentest im Januar 2009 boten lediglich 6 von 36 befragten Anbietern eigene Wohn Riester Produkte an.

Keine rückwirkende Verträge gültig

Wer bereits einen Riester Vertrag abgeschlossen hat und eine Wohnimmobilie erwirbt, kann das im Riester Vertrag angesparte Vermögen komplett für den Kauf verwenden. Diese Regelung gilt jedoch nicht für diejenigen Immobiliene, die seit Beginn der Wohn Riester Rente zum 01.01.2008 erworben wurde.

Anspar-Minimum für alte Verträge

Für Alt-Verträge, die vor dem 01.01.2008 abgeschlossen wurden gilt, dass der künftige Eigentümer das Kapital erst aus dem eigenen Riester-Vertrag nutzen und entnehmen kann, wenn die angesparte Summe über 10.000 € liegt. Damit werden Riester Sparer, die ihren Vertrag vor dem 01.01.2008 abgeschlossen haben, im Hinblick auf die Wohn Riester Rente benachteiligt.