Weiter steigender Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen

3 November 2010 Kein Kommentar

Auf dem wissenschaftlichen Symposium „Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen“ der Stiftung Kindergesundheit und der Deutschen Kinderhilfe referierten renommierte Experten über den Umgang mit Alkohol in der Gesellschaft.

Im Mittelpunkt standen dabei die Diskussion um den beängstigenden Anstieg des Alkoholkonsums bei Jugendlichen bis zur Bewusstlosigkeit und der Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft. Auch epidemiologische, medizinische und psychologische Gesichtspunkte der Probleme und Maßnahmen zur Prävention des Alkoholmissbrauchs bei jungen Menschen wurden erörtert.

Einig waren sich die Experten, dass die präventive Arbeit zukünftig besser durchdacht und intensiviert werden muss. So ist vielen Eltern und Jugendlichen nicht bekannt, dass Alkoholvergiftungen bei Kindern bleibende Schäden verursachen können. Offensichtlich versage hier der Jugendschutz, womit der exzessive Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen auch zur gesellschaftlichen und politischen Herausforderung wird.

Hier bestehe Handlungsbedarf seitens der Politik, damit die bestehenden Bestimmungen endlich konsequent angewendet werden. Es sei eine systematische Verbesserung des Gesetzesvollzugs mit einer konsequenten Sanktionierung der Verstöße erforderlich, beispielsweise in Form eines abschreckenden Mindestbußgelds. Dazu gehören auch nächtliche Alkoholabgabeverbote für Tankstellen und Kioske, der regelmäßige Einsatz von Testkäufern und Steuererhöhungen für alkoholische Getränke.

Erste Erfahrungen gibt es zwischenzeitlich in Österreich mit der Kostenübernahme für die Rettungseinsätze und die medizinische Behandlung durch die Eltern. Dies müsse auch für Deutschland diskutiert werden. Auch sollen Kliniken verpflichtet werden, auftretende Fälle an das Jugendamt zu melden.

Jedes Wochenende landen in Deutschland 140 Kinder unter 14 Jahren mit Alkoholvergiftungen auf den Intensivstationen. Deshalb müsse die Politik endlich aktiv werden und präventive Maßnahmen einleiten.