Problematische Rentengarantie

10 Mai 2010 Kein Kommentar

Die von der Bundesregierung abgegebene Rentengarantie ist kontraproduktiv. Das jedenfalls ist die Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers Bert Rürup. In einer Sendung des Fernsehsenders PHOENIX am 26. März diesen Jahres gab er zu bedenken, dass das Rentenniveau in diesem Jahr ansteigen wird, wenn die Löhne sinken sollten.

Auch die Rente mit 67 werde falsch wahrgenommen. Das sei keine Kürzung der Renten. Erstaunlich sei, dass gerade die Rentnerverbände unermüdlich ihre Bedenken gegen die Rente mit 67 äußern. Tatsächlich würden diejenigen davon profitieren, die jetzt bereits Rente beziehen. Zudem müsse man sich klar machen, dass das Rentensystem auch in der Zukunft nicht von Anpassungen verschont bleiben wird. “Man kann nicht einmal eine große Reform machen und sagen: Das war es für alle Zukunft.“ Es werde immer wieder nötige Justierungen geben, auch in der aktuellen Legislaturperiode.

In der gleichen Sendung stimmte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, in die Kritik an der Rentengarantie ein. Auf lange Sicht gesehen werde das Aussetzen der Rentenberechnungen nur schaden. Durch politische Beschlüsse, so Schneider, werde sich das Problem der Altersarmut ausweiten. Die Politik habe dafür gesorgt, dass das Rentenniveau bis um Jahr 2030 stark sinkt. “Im Zweifelsfall haben wir bis 2030 Nullrunden.”

Eine Lösung für diese Probleme sieht Ulrich Schneider in der Einführung von Mindestbeitragszahlungen. Bei Menschen mit geringem Einkommen sollte aus Steuermitteln zugezahlt werden. Bei den Hartz-IV-Empfängern müsse die Solidargemeinschaft einspringen, stellte Schneider in der Fernsehsendung fest.