Praxisgebühr: Doppelte Zahlung bei Urlaubsvertretung?

20 September 2010 Kein Kommentar

Eine Urlaubsvertretung für die Stammpatienten anzubieten, wenn man selbst als Arzt in den Ferien in Urlaub ist, ist nicht außergewöhnlich. Unklarheiten gibt es bei der Vertretung aber immer noch bei der Entrichtung der Praxisgebühr. Wo muss diese gezahlt werden – beim Vertreter, vorab beim regulären Arzt oder bei beiden?

Jedes Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse mit vollendetem 18. Lebensjahr muss bei der ersten kassenärztlichen Behandlung im Quartal zehn Euro zahlen. Ausnahmen von der Praxisgebühr gibt es nur, wenn zum Beispiel ausschließlich Schutzimpfungen oder Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen wurden. Wird ein weiterer Facharzt konsultiert, werden Überweisungen ausgestellt, so dass keine weitere Praxisgebühr anfällt. Muss ein vertretender Arzt besucht werden, dann genügt die Vorlage der Quittung über die bereits bezahlte Gebühr, so dass dann keine weitere Praxisgebühr verlangt wird. Was aber passiert, wenn der Patient diese Quittung vergessen hat beim Besuch des vertretenden Arztes?

Viele Praxen verlangen dann die erneute Zahlung der Gebühr. Reicht der Patient die Überweisung im laufenden Quartal nach, wird die Gebühr möglicherweise erstattet. Dies ist allerdings eine reine Kulanzleistung des Arztes, es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Rückzahlung. Auch von den Krankenkassen kann die Rückzahlung nicht gefordert werden.

Im Ergebnis empfiehlt sich also immer, die Quittung vorzulegen, denn anderenfalls besteht die Gefahr, die Praxisgebühr doppelt zu bezahlen.