Mehr Transparenz bei Verbraucherkrediten durch repräsentative Beispiele

10 Juli 2010 Kein Kommentar

Seit dem 11. Juni 2010 gelten neue gesetzliche Vorgaben für Verbraucherkredite – dank einer entsprechenden EU-Richtlinie. Davon betroffen sind Verbraucherkredite, Überziehungsmöglichkeiten und Immobiliendarlehen, nicht aber Kleinkredite bis 200 Euro und Arbeitgeber- oder Förderdarlehen.

Erklärtes Ziel des Gesetzgebers ist es, einheitliche und transparente Regeln zu schaffen, die einer Stärkung des Binnenmarktes dienen sollen. Dabei greifen die gesetzlichen Vorgaben in allen Phasen der Kreditentscheidung zwischen Bank und Kunde, angefangen von der Werbung über Informationen und Erläuterungen bis zum Vertragsabschluss und der Beendigung des Vertrags.

So muss die Werbung mit einer Zinsangabe verbunden sein, die ein repräsentatives Beispiel für einen effektiven Jahreszins darstellt. Dieser Zins soll bei der überwiegenden Anzahl der Kunden auch tatsächlich zur Anwendung kommen. Außerdem werden die Informationen über Kreditart, Kosten und wichtige Vertragsbestandteile in verständlicher Tabellenform aufbereitet.

Die Kreditverträge selbst erhalten zukünftig zusätzliche Pflichtangaben zur Information der Kunden, wie zum Beispiel Name und Anschrift eines Darlehensvermittlers, wenn dieser bei der Vermittlung mitgewirkt hat. Währen der Vertragslaufzeit bleibt die umfassende Information durch die Kreditinstitute weiterhin bestehen und erfolgt zukünftig sogar in noch kürzeren Abständen.

Eine weitere wichtige Neuerung ist das Recht des Kreditnehmers auf vorzeitige Erfüllung, mit dem Kunden ihren Kredit nun problemlos vorzeitig zurück führen können. Immobiliendarlehen sind von dieser Regelung allerdings ausgeschlossen. Die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung durch die Bank bleibt insgesamt bestehen.

Die neuen Regelungen sind in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken bereits eingearbeitet, da diese schon im Herbst 2009 im Zuge der Einführung neuen EU-Zahlungsrechts überarbeitet wurden. Die Kunden müssen sich also nicht erneut mit neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen vertraut machen.