Immobilienkauf: Zinsniveau, Kreditsumme und Tilgung

30 August 2010 Kein Kommentar

Das aktuelle Zinstief mag den einen oder anderen Käufer einer Immobilie dazu verleiten, ein Objekt zu kaufen, das seine finanziellen Verhältnisse übersteigt. So könnte man dank der niedrigen Zinsen bei einer Monatsrate von 700 Euro einen Kredit über 240.000 Euro aufnehmen; im Jahr 2008 wären dies nur 140.000 Euro gewesen.

Schuld daran ist das aktuell sehr niedrige Zinsniveau. Aktuell können Darlehen mit einer Zinsbindung von fünf Jahren ab etwa 2,5 Prozent aufgenommen werden, bei einer Zinsbindung von zehn Jahren liegen die Zinsen bei etwa 3,5 Prozent.

Allerdings sollte man genau prüfen, ob es tatsächlich das teure Objekt mit der exklusiven Innenausstattung sein muss und ob man die resultierende Zahlungsverpflichtung auch nach der Zinsbindung noch erfüllen kann. Dies ist abhängig davon, wie hoch die Restschuld in fünf oder zehn Jahren ist. Um dann nicht mit einer hohen Restschuld konfrontiert zu sein, ist es ratsam, eine lange Zinsbindung zu wählen und die Tilgung möglichst hoch anzusetzen.

Zwar ermöglicht das Zinstief die Aufnahme einer höheren Kreditsumme. Trotzdem sollte die Immobilie immer zu den finanziellen Verhältnissen passen. Deshalb sind lange Zinsbindungen von mindestens zehn Jahren empfehlenswert und eine anfängliche Tilgung von mindestens zwei bis drei Prozent. Damit bleibt die Monatsrate überschaubar, und die Immobilie ist zügig entschuldet. Als Faustregel sollte eine Immobilie maximal so teuer sein, dass die monatliche Kreditrate höchstens 40 Prozent des Nettoeinkommens ausmacht.