Immer mehr Schulkinder sind nicht ausreichend geimpft

20 Oktober 2010 Kein Kommentar

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) brachte es ans Licht – in jeder Klasse sind mindestens zwei Kinder nicht ausreichend gegen Keuchhusten, Tetanus, Masern, Mumps oder Röteln geimpft.

Die Gründe für die Nachlässigkeit bei den Impfungen sind vielfältig. 80 Prozent der Eltern, die ihre Kinder nicht vollständig haben impfen lassen, gaben in der Umfrage an, dass die Impfungen zumindest teilweise nicht nötig seien. Etwa 75 Prozent der Befragten befürchteten Impfschäden. Und fast 50 Prozent vertreten die Meinung, dass Kinderkrankheiten gut für die Stärkung des Immunsystems seien.

Hier allerdings argumentiert die TK, die heutigen Impfstoffe seien so gut verträglich, dass Nebenwirkungen nur noch selten auftreten. Aus diesem Grund seien auch Mehrfachimpfungen mit bis zu sechs Impfstoffen unproblematisch.
Andere Eltern wiederum sehen die Gefahr, dass die vom Robert-Koch-Institut angeratenen Impfungen das Immunsystem des Babys überfordern könnten. Aber auch hier gibt die TK Entwarnung, diese Sorge sei unbegründet, denn die Impfungen stärken im Gegenteil das Immunsystem des Babys, das sich gerade in der ersten Zeit nach der Geburt sowie so mit vielen Keimen und Bakterien auseinandersetzen muss.

Dazu kommt, dass Säuglinge über den sogenannten Nestschutz verfügen. Mütterliche Antikörper machen sie gegen eine Reihe von Krankheiten immun, wenn die Mutter sie selbst durchgemacht hat oder dagegen geimpft ist. Nach der Geburt werden diese Antikörper Stück für Stück abgebaut, gegen Ende des ersten Lebensjahres besteht dann in der Regel kein Schutz mehr. Auch aus diesem Grund ist eine frühzeitige Immunisierung sehr zu empfehlen.

Sie sollte nach dem Ende des zweiten Lebensmonats beginnen und spätestens mit 14 Monaten beendet sein. Das garantiere einen ausreichenden Schutz. Einige Impfungen halten ein Leben lang, andere müssen aufgefrischt werden. Dies gilt gerade für Impfungen gegen Tetanus und Diphterie.