Geldanlage: Beratungsprotokoll wird zur Pflicht

4 Januar 2010 Kein Kommentar

Nicht nur im Zuge des Verkaufs von Lehman-Zertifikaten sind Verbraucherschützer und Kreitinstitute immer wieder mit dem Thema Falschberatung konfrontiert. Die meisten Verbraucher konnten eine falsche oder mangelhafte Beratung in der Vergangenheit jedoch nur selten nachweisen.

Diese Situation soll sich ab dem Jahr 2010 entscheidend verbessern. Kreditinstitute sind mit dem Jahreswechsel nämlich verpflichtet, während eines Kundentermines ein umfangreiches Beratungsprotokoll anzufertigen und dieses dem Kunden auszuhändigen. Sowohl Kunden als auch der Berater haben damit ein transparentes Dokument, welches die Beratung wiederspiegelt und die Produktempfehlung begründet. Im Falle eines gerichtlichen Streites können sich beide Parteien auf das Dokument beziehen.

Inhaltlich sollte das Protokoll wiedergeben, welche Anlageziele der Kunde verfolgt, welche Vorkenntnisse und Erfahrungen er bei Finanzprodukten hat. Nicht zuletzt sollte das Protokoll auch detaillierte Informationen zum angebotenen Fianzprodukt enthalten und eine Begründung, weshalb der Berater dieses Produkt empfiehlt. Gibt der Kunde an, dass er sein Geld sicherheitsorientiert anlegen möchte, so würde die Empfehlung eines Zertifikates in den meisten Fällen einer falschen Produktberatung entsprechen.

Besondere Vorschriften gelten für telefonische Beratungen. Hier muss dem Kunden das Beratungsprotokoll umgehend per Post zugesandt werden. Für den Fall, dass das Protokoll fehlerhaft ist, muss dem Kunden ein Rücktrittsrecht von einer Woche nach dem Erhalt eingeräumt werden.