Effektivzins der Sparkassen nicht immer eindeutig berechnet

1 Dezember 2010 Kein Kommentar

Viele Sparkassen weisen zurzeit einen sehr günstigen Zins für Immobilienkredite aus. Allerdings ist hier Vorsicht angebracht – die Konditionen der Sparkassen sind aufgrund der Umsetzung einer EU-Richtlinie in deutsches Recht kaum noch mit anderen Banken vergleichbar. Dieser Hinweis kommt von Stiftung Warentest in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest.

Bisher galt der Effektivzins als guter Maßstab, die Konditionen von Immobiliendarlehen miteinander zu vergleichen. Eingang finden in den Effektivzins neben den Sollzinsen auch alle Kosten wie Bearbeitungsgebühren und Provisionen. Durch eine europaweite Anpassung der Preisangabenverordnung wird der Effektivzins nun nicht mehr für die Zeit der Zinsbindung, sondern für die gesamte Darlehenslaufzeit berechnet.

Bei den Sparkassen werden anders als bei den meisten Banken viele Kredite nach der Zinsbindung mit variablen Zinsen fortgeführt. Diese sind gerade im Augenblick sehr günstig und reduzieren deshalb den ausgewiesenen niedrigen Effektivzins noch weiter. Deshalb wirkt der Kredit noch günstiger, als er sowieso schon ist.

Stiftung Warentest rät den Darlehensnehmern deshalb, sich auch den Effektivzins für die Zeit der Zinsbindung nennen zu lassen, denn nur damit sind die Zinskonditionen der Sparkasse mit denen anderer Banken vergleichbar.