Bundesregierung lobt geförderte Altersvorsorge

8 März 2010 Kein Kommentar

Die Kosten zu hoch, die Bedingungen verwaschen und die eigentliche Zielgruppe wird nicht angesprochen – so beurteilt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Riesterförderung. Die Marktanalyse fällt ein recht schlechtes Riester-Urteil und kommt zu dem Ergebnis, dass ausführliche Marktbeobachtungen und Bewertungen unbedingt nötig sind.

Die Politik sieht das völlig anders. Die Produkte sind in den Augen der Politiker transparent und ohne weitere staatliche Regelungen zu vermarkten. Auch soll die Zahl von 13 Millionen abgeschlossenen Verträgen für die gute Qualität der Riesterverträge sprechen. Doch für die DIW-Expertin Kornelia Hagen ist vor allem die schlechte Datenlage ein Kritikpunkt. Die mangelnde Überprüfung von Kosten und Leistungen kann bei einem derartig zentralen Produkt wie der Riesterrente nur als völlig unzureichend bezeichnet werden.

Die die Verbraucherorganisationen bleiben von der Kritik des DIW ebenfalls nicht verschont. Dort führt man sehr viele Beratungsgespräche zum Thema Altersvorsorge, doch entsprechende Gesprächsergebnisse werden nicht gesammelt und ausgewertet. Gerade wegen der Kritik an den Riester-Produkten hätten die Verbraucherzentralen ein „flächendeckendes, wissenschaftlich fundiertes Monitoring“ aufbauen müssen.

Die Bundesregierung misst den Erfolg der Riester-Verträge ohne wirkliche Fundamente. Bisher sind es immerhin nur 37 Prozent der eigentlich Berechtigten, die einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben. Kornelia Hagen ist der Meinung, dass die Politik gut daran tun würde, nach zehn Jahren Riester eine grundsätzliche Analyse und Bewertung dieser Produkte in Angriff zu nehmen.